Hausmittel gegen Schwitzen

Salbei - Hausmittel gegen Schwitzen
Salbei - Hausmittel gegen Schwitzen

Hilfe, mein Deo versagt...

Ein wenig peinlich sind sie schon, Schweißränder unter den Achseln, nasse Stellen auf dem Rücken usw. Schweißperlen auf der Stirn oder über der Oberlippe, schwitzige Hände und feuchte Füße. Viele Leid geplagte können ein Lied davon singen. Stellt sich dann auch noch unangenehmer Geruch ein, ist an einen normalen Alltag unter Leuten nicht mehr zu denken. Niemand möchte als ungepflegt, ungewaschen und stinkend gelten. Dabei steckt hinter der normalen Schweißbildung ein ganz natürlicher und lebenswichtiger Körpermechanismus. Mit verschiedenen Hausmitteln gegen Schwitzen können wir die „Klimaanlage“ unseres Körpers versuchen zu normalisieren.

Symptome
Die Achselhöhlen werden nass, auf der Stirn bilden sich kleine Tröpfchen, Hände und Füße sind feucht, unsere Gesichtsfarbe wird meist intensiver, unser Körper fühlt sich warm an, über Rücken und Dekolleté laufen kleine Rinnsale.....wir schwitzen.
Wir wachen auf, schweißgebadet, die Bettwäsche und unsere Nachtwäsche sind klamm, die Haare sind strähnig, oft rast unser Puls. Das sind typische Anzeichen für Nachtschweiß.
Unsere Schweißdrüsen können je nach körperlicher Anstrengung 2-4 l Flüssigkeit produzieren. Schon wenn wir uns nicht besonders viel bewegen, verlieren wir täglich ca. ½ l Schweiß.
Frisch gebildeter Schweiß ist im allgemeinen klar, an manchen Körperstellen auch leicht milchig, und geruchsneutral. Der typisch „saure“ und unangenehme Geruch entsteht erst durch natürliche Bakterien, die sich auf unserer Haut befinden. Sie zerlegen den Schweiß sozusagen in seine Einzelteile. Bei diesem Abbau von langkettigen Fettsäuren, die im Schweiß enthalten sind, entsteht der Geruch.
Produziert der Körper zu viel Schweiß, spricht der Mediziner von Hyperhidrosis, es gibt aber auch das Gegenteil. Zu wenig oder gar fehlende Schweißbildung nennt man Anhidrosis (oder auch Hypohidrosis).
Ursachen
Wie gesagt, das Schwitzen (med. Diaphorese oder Transpiration) an sich ist eine ganz natürliche und notwendige Körperfunktion. Der Schweiß (griech. Hydros) und seine Bildung sind eine äußerst effektive Maßnahme des menschlichen Organismus, um überschüssige Wärme abzugeben und durch einfache Verdunstung auf der Haut die Körpertemperatur zu regulieren. Dabei ist es gleich, ob das Schwitzen durch Sport, den Aufenthalt in warmen Temperaturen oder bei körperlicher Anstrengung ausgelöst wird.
Auch psychische Ursachen kann solch ein ungewollter Schweißausbruch haben z.B. Angstschweiß (vor Prüfungen, dem Vorstellungsgespräch o.a.). Häufig werden Krankheiten von Schwitzattacken begleitet.

Hausmittel gegen Schwitzen:

  1. Sehen wir es mal positiv. Jeder kennt die sogenannte „Schwitzkur“. Gut gegen Erkältung zum Beispiel. Die Hautporen öffnen sich und es kommt neben der natürlichen Hautreinigung auch zum Ausscheiden von Schadstoffen. Verlorengegangene Mineralien sollten durch Flüssigkeitsaufnahme (am besten Mineralwasser) wieder ausgeglichen werden.
  2. Kleidung – Tragen Sie am besten Textilien aus Leinen oder atmungsaktive Funktionsbekleidung. Reine Baumwolle saugt den Schweiß zwar zuverlässig auf, hält ihn dann aber am Körper fest. Tragen Sie Kleidung, bei der die Luft zwischen der Kleidung und der Haut zirkulieren kann, also nicht zu eng anliegend.
  3. Gewicht – Achten Sie auf Ihr Körpergewicht, unsere innere „Klimaanlage“ funktioniert besser ohne eine „Isolierschicht“ aus Körperfett.
  4. Nahrung – Vermeiden Sie zu scharfes Essen
  5. Salbei – Gilt als das wichtigste pflanzliche Hausmittel gegen Schwitzen. Salbei kann dabei innerlich und äußerlich angewendet werden. Ein Allround-Könner im wahrsten Sinne des Wortes. Die ätherischen Öle wirken dabei direkt auf die unter der Haut gelegenen Schweißdrüsen und auch auf das Wärmeregulationszentrum in unserem Gehirn. Zwei Tassen Salbeitee am Tag helfen gegen Fuß- und Nachtschweiß sowie gegen übermäßiges Schwitzen. Für Fuß- oder Teilbäder gibt man jeweils 4-6 Esslöffel getrockneter Salbeiblätter auf 2 l warmes Wasser. Füße darin baden, Achseln damit waschen etc. und die Körperregionen nur trocken tupfen. Trocken rubbeln regt die Blutzirkulation zusätzlich an und es entsteht Reibungswärme. Anstatt getrockneter Teeblätter können Sie selbstverständlich auch auf Salbeitinktur zurückgreifen (erhältlich in Ihrer Apotheke oder Versandapotheke und in größeren Drogerien). Als Trinkkur sollten Sie 3 x täglich 2 ml Salbeitinktur in Wasser geben.
  6. Tomaten  - Man glaubt es kaum, aber ein Tomatenbad hilft nicht nur gegen den unangenehmen Körpergeruch, sondern wirkt auch gegen übermäßige Schweißbildung. Und so wird’s gemacht: Geben Sie 2 l Tomatensaft in ein Vollbad und baden Sie sich ca. 15 Minuten darin, regelmäßig wiederholen (1 x wöchentlich). Beim Baden oder Duschen gilt grundsätzlich: Nicht zu heiß und nicht eiskalt! Gilt übrigens auch für Getränke. Kaltes regt den Körper an die „verlorene“ Wärme wieder auszugleichen!
  7. Bockshornkleesamen – auf 12 Esslöffel Bockshornkleesamen (aus der Apotheke oder Drogerie) gibt man einen Liter Wasser. Die Samen müssen dann mindestens 6 Stunden einweichen. Gießen Sie dann das Gemisch durch ein Sieb und fangen Sie das abgegossene Wasser in einem Topf auf! Diesen Sud sollten Sie dann nämlich zum Kochen bringen. Kalt werden lassen und in die Wanne geben. Dann mit lauwarmem Badewasser ohne Zusätze auffüllen (geht für Teilbäder natürlich auch in einer Waschschüssel) und zunächst die Arme und Hände und dann die Füße darin baden.
  8. Weitere Waschungen:
    In einen Liter Wasser ein Gemisch aus 30 g Walnussblättern, 20 g Thymian und 40 g Eichenrinde einrühren und Aufkochen. Das Ganze mindestens 10 Minuten köcheln lassen und dann Abgießen. Genutzt wird nur der Sud!
    Besonders bei Achselschweiß kann man aus Eichenblättern und Zinnkraut zu gleichen Teilen gemischt und in einem Liter Wasser aufgekocht einen Wasch-Sud zubereiten.
  9. Benutzen Sie zum täglichen Waschen keine scharfen Seifen oder Badezusätze, die die Haut zusätzlich reizen könnten.
  10. Bei Angstschweiß vor Prüfungen etc. hilft nur Entspannung (naja, ein gutes hautfreundliches Deodorant schadet natürlich auch nicht!)
  11. Scheuen Sie sich nicht Ihren Arzt oder Apotheker um Hilfe zu bitten, wenn es um die richtige Hautpflege der durch das Schwitzen manchmal besonders strapazierten Hautpartien geht.

Homöopathische Mittel gegen Schwitzen:

Chinarinde – Sie ist in der Apotheke als Präparat China D4 erhältlich und sollte in einer Dosierung von 3 x 1 Tablette am Tag, die man langsam im Mund zergehen lässt, eingenommen werden. Die Rinde des Chinabaumes enthält Wirksubstanzen, die besonders bei starkem Achselschweiß dem Betroffenen helfen können.

Klassische Medizin gegen Schwitzen:

Leider gibt es noch zu wenige Ärzte, die sich auf das Gebiet der Hyperhidrosis, also auf die übermäßige Schweißproduktion, spezialisiert haben. Fragen Sie einfach bei Ihrem niedergelassenen Haus- oder Hautarzt nach.

Es gibt wirksame Mittel, die den Wirkstoff Aluminiumchlorid enthalten. Dabei sollte man darauf achten, dass als Trägersubstanz kein Alkohol, der sich zu schnell verflüchtigt, enthalten ist, sondern eine Gel-Basis. Diese Gelmasse verbleibt dann länger auf der Haut und wird nicht so schnell vom Schweiß aufgelöst und „abgewaschen“. Außerdem sollten diese Deo-Cremes vor allem nachts aufgetragen werden, da man nachts nicht so viel schwitzt und das Aluminiumchlorid dann besser und länger einwirken kann.

Eine weitere noch recht neue Methode ist die sogenannte Iontophorese. Empfehlenswert für die Betroffenen, die besonders stark an Händen und Füßen schwitzen. Bei der Iontophorese kommt in der Arztpraxis Gleichstrom zum Einsatz. Eine leichte Stromspannung durchströmt den Körper und koppelt so die Schweißdrüsen von ihrer hyperaktiven Nervenverbindung ab.

Weitere Möglichkeiten sind die Behandlung der Schweißdrüsen mit dem Nervengift Botulinum(Botox®) besonders geeignet für die Achselhöhlen. Und im schlimmsten Fall die Schweißdrüsensaugkürettage (dabei werden ähnlich einer Fettabsaugung die Schweißdrüsen operativ entfernt. Auch eine Lasertherapie mit gleichem Ziel wird mittlerweile angeboten. In allen Fällen gilt: Lassen Sie sich von einem Arzt/einer Ärztin ausführlich beraten. Sie zuletzt angeführten Behandlungsmethoden sind zudem vom Patienten selbst zu zahlen.

Zum Arzt wegen Schwitzen:
Sollten Sie an sich übermäßige Schweißbildung feststellen, die eventuell mit Begleiterscheinungen wie ausstrahlende Schmerzen in der Brust und Schwindel einhergehen sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen. Starkes Schwitzen kann auf behandlungsbedürftige Erkrankungen, im schlimmsten Fall einen Herzinfarkt, hinweisen. Auch Diabetes, ein Infekt eine Angststörung, eine depressive Verstimmung etc. kann mit starkem Schwitzen in Verbindung gebracht werden.

Besonderheiten:
Gewinnen wir dem Schweiß doch noch etwas Positives ab:
Forscher sind dem Geheimnis auf der Spur, warum sich Menschen eben manchmal doch besonders gut riechen können. Auch wenn einige Forscher ein Armband gegen Schwitzen erfunden haben, wie Golem berichtet:  Wenn es stimmt, was amerikanische Wissenschaftler behaupten, geht die Liebe nicht durch den Magen, sondern durch die Nase.

Fazit:
Auch wenn das Schwitzen etwas ganz normales ist, stört es uns in vielen Situationen. Sollte die tägliche Körperhygiene mal nicht ausreichen, ist es sicherlich hilfreich, sich erst einmal der verschiedenen Hausmittel gegen Schwitzen zu bedienen. In Mutter Natur ist  eben doch gegen vieles ein Kraut gewachsen. Sollte das Alles nicht den gewünschten Erfolg bringen, holen Sie sich fachlichen/ärztlichen Rat!

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