Hausmittel gegen Verstopfung

Hausmittel Leinsamen gegen Verstopfung
Leinsamen - Hausmittel gegen Verstopfung
Flax seeds“. Lizenziert unter CC BY-SA 2.5 über Wikimedia Commons.

Unangenehm und schmerzhaft kann es werden, wenn die Verdauung einem mal wieder Ärger bereitet und den täglichen Toilettengang zur Qual werden lässt. Doch wieso kommt es zu solchen Verstopfungen und vor allem, was können wir gegen sie tun? Nicht verzagen – alt bekannte Hausmittel gegen Verstopfung sind weit verbreitet und versprechen Abhilfe schon bevor die klassische Medizin nötig wird.

Symptome
Sie leiden unter Bauchschmerzen, Darmkrämpfen, haben über drei Wochen hinweg eine schlechte Verdauung, d.h. Ihr Darm entleert sich nur alle drei bis fünf Tage, Sie sind appetitlos und klagen in vielen Fällen über einen unangenehmen Mundgeruch.
Ursachen
Was eine Verstopfung verursacht, kann vielerlei Gründe haben – trinken Sie oder bewegen Sie sich zu wenig? Nehmen Sie zu ballaststoffarme Nahrung zu sich oder gehen Sie falsch mit den weit verbreiteten Abführmitteln oder anderen Medikamenten um? All dies und noch viele andere Dinge wie bspw. psychischer Stress können Gründe sein, warum die Verdauung Ihnen Probleme bereitet.

Hausmittel gegen Verstopfung

  1. Ernährung kontrollieren und eventuell umstellen
    Bevor Sie mit drastischeren Mitteln wie Medikamenten und insbesondere Abführmitteln gegen Ihre Verstopfung angehen, sollten Sie zunächst ihre Ernährung kontrollieren und umstellen. Da ein Hauptgrund für Verstopfungen in einer zu ballaststoffarmen Ernährung liegt, sollten Sie Ballaststoffe in Form von Obst und Gemüse, Naturreis, Vollkornbrot  und in Wasser eingeweichten Trockenfrüchten (Pflaumen, Feigen) zu sich nehmen. Bezüglich einer verdauungsanregenden Getränkewahl haben sich Fruchtsäfte oder ein Glas heißes Wasser auf nüchternen Magen als hilfreich erwiesen. All dies hat jedoch keine Wirkung, wenn Sie sich nicht bewegen – schon kleine Spaziergänge oder der Griff zum Fahrrad kann Ihre Probleme lösen.
  2. Massagen helfen gegen Verstopfung
    Ihre Darmfunktion lässt sich durch leichte Massagen mit wenig Druck anregen. Massieren Sie Ihren Bauch liegend von rechts unten nach oben und links unten. Durch diese kreisförmige Bewegung und durch tiefes Ein- und Ausatmen massieren Sie den Darm in seiner Verlaufsrichtung und regen ihn an. Eine andere Massagemöglichkeit ist die, bei der ein Waschlappen zunächst in kaltes Wasser getaucht und der Bauch dreimal täglich mit diesem Waschlappen kreisförmig abgerieben wird. Anschließend wird der Bauch abgetrocknet und Sie ziehen Ihre Kleidung wieder über.
  3. Leibwickel
    Gegen Bauchkrämpfe bei Verstopfungen können Sie heiße Auflagen verwenden. Schon die klassische Wärmflasche, die mit einem feuchten Tuch umwickelt wird, kann Ihrer Verdauung gut tun. Weit verbreitet sind daher auch sogenannte Leibwickel: Tränken Sie ein schmales, etwas längeres Tuch in einem Kräutertee ihrer Wahl. Dieses Tuch wringen Sie anschließend aus, falten es und lassen es abkühlen.Währenddessen legen Sie eines Ihrer Duschhandtücher auf Ihrem Bett aus und setzen sich aufrecht hin, wobei Ihr Oberkörper und vor allem die zu behandelnde Bauchregion frei von Kleidung sein muss. Eine Helferperson legt Ihnen nun das getränkte Tuch so auf Ihren Bauch, dass die schmerzende Region vollständig bedeckt ist. Anschließend legen Sie sich auf das Handtuch und fixieren eine Wärmflasche so, dass diese auf der in Tee getränkten Auflage liegt. Ihr Helfer muss nun noch ein weiteres Duschhandtuch fest über Ihnen zusammenschlagen. Lassen Sie sich zudecken und verbleiben Sie für eine Stunde in dieser Position, bevor der Wickel entfernt wird und Sie noch weitere 30 Minuten ruhen. Eine Wärmflasche an den Füßen unterstützt diese Methode zusätzlich.
  4. Natürliche Abführmittel
    Sie können die Verdauung nur dann unterstützen, wenn sie in Verbindung mit einer hohen Flüssigkeitszufuhr eingenommen werden. Zu den typischen Abführmitteln auf natürlicher Basis gehören bspw. Lein- und Flohsamen oder Weizenkleie. Man spricht dabei von sogenannten Quellmitteln, die je nach Quellzahl unterschiedliche Intensitäten in ihrer Wirkung zeigen. Zu Beginn einer Behandlung sollten sie demnach mit Quellmitteln niederer Quellzahlen beginnen (z.B. Leinsamen). Genaue Angaben und Hinweise zur Einnahme solcher Mittel finden Sie auf den Verpackungen der Hersteller.
Beachten Sie darüber hinaus, dass Abführmittel nicht eingenommen werden dürfen, wenn Sie bereits unter Übelkeit und Erbrechen leiden.

Homöopathische Mittel gegen Verstopfung

Homöopathische Mittel können den Darm dabei unterstützen, seine Funktion wieder aufzunehmen und zu verbessern – eine abführende Wirkung ist ihnen nicht zuzuschreiben. Im Anschluss finden Sie eine Liste möglicher pflanzlicher Mittel zu den jeweiligen Symptomen einer Verstopfung:

  1. Bei Verstopfung, trockenem, knotigen, festen Stuhl und Afterschmerz:
    Alumina D3, D4, D6, D30-Tabletten, Bryonia C6
  2. Sie leiden unter Darmkrämpfen, unvollständiger Darmentleerung und blutenden Hämorrhoiden:
    Nux vomica D4, D6, D12, D30-Tabletten, Silicea C6
  3. Bei Darmträgheit durch längere Bettlägerigkeit:
    Opium D6-Tropfen

Klassische Medizin gegen Verstopfung

Wer eher auf die klassische Medizin statt auf alte Hausmittel setzt oder bei wem die rein pflanzlichen Heilmittel nicht gewirkt haben, findet im nachfolgenden Abschnitt eine Auflistung an synthetisch hergestellten Medikamenten und Abführmitteln, die ohne ärztliches Attest in Ihrer Apotheke zu erhalten sind:

  1. Lactose
    Werden vor dem Frühstück zwischen 15 und 40 Gramm Lactose in etwa 250 Gramm Wasser gelöst eingenommen, so wirkt diese Mischung als ein leichtes Abführmittel und ist somit besonders für Kinder geeignet.
  2. Bisacodyl, Natriumpicosulfat, Phenolphthalein
    Präparate, in denen diese Wirkstoffe enthalten sind, gelten als besonders häufig verwendete und besonders effektive Abführmittel.
Aber Achtung:
Nehmen Sie die Einnahme von Abführmitteln nicht auf die leichte Schulter. Ein Missbrauch bspw. als Schlankheitshilfe kann oft gravierende Folgen haben, da solch abführende Mittel dem Körper eine Menge an lebensnotwendigen Mineralien entziehen. Gerade schwangere Frauen sollten daher auf die Einnahme solcher Medikamente weitestgehend verzichten.

Fazit:
Wie Sie sehen, gibt es eine Menge Möglichkeiten Verstopfungen selbst zu behandeln. Welche für Sie die Richtige ist, ob klassische Hausmittel gegen Verstopfungen oder die Variante über synthetische Abführmittel, müssen Sie für sich selbst herausfinden.

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