Hausmittel gegen Ohrenschmerzen

Hausmittel Zwiebel
Hausmittel Zwiebel

Von Ohrenschmerzen ist wohl jeder einmal betroffen. Und eben weil es sich um eine so häufig vorkommende, jedoch oftmals leicht zu behandelnde Erkrankung handelt, haben sich im Laufe der Zeit verschiedenste Hausmittel gegen Ohrenschmerzen entwickelt, die schon seit Jahrzehnten das Leiden der Betroffenen lindern. Welche davon wirklich wirken und bei welchen Symptomen Sie besser ärztlichen Rat hinzuziehen sollten, wird Ihnen der folgende Artikel zeigen.

Symptome
Vor allem in den ersten Tagen einer Ohrenschmerzerkrankung kann es durch einen leichten Riss im Trommelfell zu einem eitrigen Flüssigkeitsaustritt aus dem Ohr kommen. Lassen Sie sich davon nicht irritieren; ein solcher Riss heilt in der Regel innerhalb weniger Tage von selbst und bietet durch den Druckabfall bessere Heilungs- und Schmerzlinderungschancen. Über solche Risse hinaus leiden Sie unter einem Völle- und Druckgefühl im Ohr, das oftmals einhergeht mit anhaltenden und pulsierenden Ohrenschmerzen. In vielen Fällen kommt es zu Begleiterscheinungen in Form von Fieber, Schwerhörigkeit, dem Hören von rauschenden oder brausenden Geräuschen im Ohr und / oder einer extremen Berührungsempfindlichkeit des Ohrs.
Ursachen
Die häufigste Ursache für Ohrenschmerzen ist ein Infekt der Atemwege. Durch kurze Verbindungsstücke zwischen Nase und Ohren können sich Viren und Bakterien leicht verbreiten und so eine Mittelohrentzündung sowie Ohrenschmerzen auslösen. Gerade Kinder sind für eine solche Entzündung anfällig, da ihre Verbindungen zwischen Nasen-Rachen-Raum und Mittelohr noch kürzer und breiter sind als die von Erwachsenen, wodurch ein Infekt sich noch leichter und schneller ausbreiten kann. Bei Kindern gehen Ohrenschmerzen oft auch in Verbindung mit Krankheiten wie Masern oder Mumps einher.

Hausmittel gegen Ohrenschmerzen

  1. Wärme: Eine Behandlung durch Wärme in Form von Wärmflaschen, Kirschkernsäckchen oder Rotlichtlampen erweitert die Gefäße und erleichtert es den Immunzellen schneller an die zu behandelnden Stellen zu gelangen.
  2. Zwiebeln: Zerhacken Sie eine Zwiebel, geben Sie die Stückchen in ein Leinensäckchen und tauchen Sie dieses anschließend für zwei Minuten in kochendes Wasser. Nachdem das Säckchen etwas abgekühlt ist, geben Sie es auf das schmerzende Ohr, fixieren Sie es mit einer Mütze und lassen Sie es für 1 bis 2 Stunden ruhen. Die Zwiebel enthält dabei entzündungshemmende Stoffe, die die Heilung fördern und gleichzeitig die Schmerzen lindern.
  3. Kohl: Entfernen Sie die Mittelrippen einiger Weißkohl- oder Wirsingblätter, walzen Sie die Blätter so, dass der Saft austritt und legen Sie die ausgepressten Blätter auf das zu behandelnde Ohr, das anschließend mit einem Handtuch bedeckt und durch ein Pflaster fixiert werden sollte. Lassen Sie die Kohlauflage über Nacht einwirken, sodass die Blätter Ihre Durchblutung stärken und dem Körper Giftstoffe entziehen können.
  4. Wolle: Besorgen Sie sich Heilwolle aus der Apotheke und erwärmen Sie diese durch einen Föhn. Die angenehm warme Wolle legen Sie anschließend auf das schmerzende Ohr, fixieren sie mittels einer Ohrklappe und lassen sie über Nacht ihre Wirkung entfalten. Durch die mit Luft gefüllten Zwischenräume in der Watte kann die Körperwärme nicht entweichen. Auf diese Weise wird eine gleichbleibende Wärme erzeugt, durch die unsere Immunzellen leichter an die zu heilenden Stellen gelangen.
  5. Johanniskraut-Lavendelöl: Geben Sie 5 Tropfen der fertigen Ölmischung auf eine Mullkompresse und fixieren Sie diese mit einem Stirnband oder einer Mütze. Eine solche Ohrkompresse ist besonders für Kinder geeignet, lindert den Schmerz und wirkt entzündungshemmend und erwärmend.
  6. Enzian: Für Kinder ab 3 Jahren werden Ohrentropfen mit dem Extrakt des Blauen Enzians (Aconitum napellus) empfohlen; die genaue Anwendung ist dabei der Packungsbeilage zu entnehmen.
  7. Essig: Geben Sie 4-mal täglich einige Tropfen Essig (Wein- oder Apfelessig) in das zu behandelnde Ohr.

Homöopathische Mittel gegen Ohrenschmerzen

  1. Bei Ohrenschmerzen nach Zugluft und kaltem Wind: Aconitum D6 – 3-mal täglich 1-2 Tabletten/ 5 Globuli bei Kindern.
  2. Bei Ohrenstechen synchron zum Puls, außerdem bei starkem Schwitzen: Belladonna D4 – stündlich 5 Tropfen; bei Verbesserung der Symptome genügen 3-mal täglich 5 Tropfen. Verwenden Sie bei Kindern Belladonna D12 und verabreichen Sie 3-mal täglich 5 Globuli.
  3. Bei Ohrenschmerzen von Kindern, die sich bei Wärmezufuhr verschlimmern aber beim Trinken kalter Getränke bessern: Chamomilla D6 – stündlich 3 Tropfen; bei Besserung der Erkrankung reduzieren Sie die Dosierung auf 3-mal täglich 3 Tropfen.
  4. Bei Ohrenschmerzen im Zusammenhang mit weiteren Erkältungserscheinungen: Ferrum phosphoricum D12 – 3-mal täglich 5 Globuli. Diese Anwendung eignet sich besonders für Kinder.
  5. Bei Ohrenschmerzen, die einhergehen mit Schnupfen: Pulsatilla D12 – 3-mal täglich 5 Globuli; auch diese Behandlung eignet sich besonders für Kinder.

Klassische Medizin gegen Ohrenschmerzen

Nehmen die Schmerzen Überhand und können keine der genannten Hausmittel Abhilfe verschaffen, so sollten Sie sich mit dem Gedanken anfreunden auf synthetische Mittel nicht weiter verzichten zu können. Bekannte Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol lindern starke Schmerzen vor allem im Zusammenhang mit Fieber; für Kinder kann hier auf entsprechende Zäpfchen zurückgegriffen werden. Ohrentropfen wie Otalgan® wirken ebenfalls schmerzlindernd und darüber hinaus entzündungshemmend. Die jeweilige Dosierung entnehmen Sie den Beipackzetteln, da diese vor allem bei Kindern abhängig sind von Körpergewicht und Alter.

Zum Arzt wegen Ohrenschmerzen
Sie sollten definitiv einen Arzt aufsuchen, wenn zusätzlich zu den Ohrenschmerzen eine Schwellung und / oder Rötung hinter dem Ohr zu beobachten ist, wenn die Ohrmuschel absteht oder ein Schwerhörigkeitsgefühl auftritt. In solchen Fällen kann eine Entzündung der an das Ohr angrenzenden Knochen nicht ausgeschlossen werden. Auch wenn ein steifer Nacken, starkes Fieber und Müdigkeit auftreten, ist ein Arztbesuch unumgänglich, um eine Ausbreitung der Erkrankung auf das Hirn und den Schädelknochen ausschließen zu können. Vor allem bei Kindern sollten Sie Fremdkörper als Ursache der Schmerzen eindeutig ausschließen können; besonders dann, wenn keine weiteren Erkältungserscheinungen vorliegen, sollten Sie über diese Möglichkeit nachdenken und entsprechend handeln.

Fazit
Es konnte nachgewiesen werden, dass rund 80 Prozent der Mittelohrentzündungen innerhalb kürzester Zeit von selbst heilen. Die hier vorgestellten Hausmittel gegen Ohrenschmerzen helfen dabei, diesen Prozess zu beschleunigen und die dabei auftretenden Schmerzen zu lindern. Finden Sie selbst heraus, welches dieser Hausmittel für Sie persönlich die angenehmste und wirksamste Alternative darstellt.

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