Blasenentzündung

Goldrutenkraut bei Blasenentzündung
Goldrutenkraut
Solidago gigantea01“. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons.

Brennen und Schmerzen beim Wasserlassen - gerade Frauen kennen diese Symptome der Blasenentzündung (Zystitis). So leiden 50% aller Frauen mindestens einmal im Leben an einem solchen Harnwegsinfekt. Wie Sie eine leichte Blasenentzündung erkennen und mit Hausmitteln und homöopathischen Mittelchen behandeln können, erfahren Sie hier. Außerdem klären wir Sie darüber auf, wann man bei einer Entzündung der Blase zum Arzt gehen und Antibiotika nehmen sollte.

Symptome

Leiden Sie unter ständigem Harndrang, Brennen beim Wasserlassen und Bauchschmerzen? Dann könnte eine Zystitis dahinterstecken. Betroffene scheiden darüber hinaus nur eine gerine Menge Harn aus, die trüb gefärbt sein kann. Auch können Spuren von Blut im Urin zu finden sein.

Bei einer nicht oder zu spät behandelten Infektion der Blase, kann die Entzündung in die oberen Harnwege (Harnleiter und Nieren) aufsteigen und eine Nierenentzündung hervorrufen. Rückenschmerzen und Fieber können Symptome einer „verschleppten“ Blasenentzündung sein. Dann ist ein Gang zum Arzt unbedingt erforderlich!

Ursachen

Gerade Frauen sind anfällig dafür an einer Blasenentzündung zu erkranken. Sie besitzen eine kürzere Harnröhre welche auch noch näher zum After liegt als bei Männern. Damit wird die Übertragung von Bakterien in die Harnröhre erleichtert. Allerdings sind zunehmend auch Männer über 50 Jahre betroffen. Mit ansteigendem Alter häufen sich bei Männern nämlich Erkrankungen der Prostata, welche häufig zusätzlich eine Blasenentzündung auslösen.

Am häufigsten ist das Bakterium Escherichia coli (E. coli), welches in unserer Darmflora vorkommt, Auslöser einer entzündeten Blase. Wird also beim Toilettengang fälschlicherweise von hinten nach vorne gesäubert, können Bakterien in die Harnröhre gelangen. Jedoch können auch andere Bakterien, Pilze oder Viren Auslöser sein.

Außerdem gibt es viele Risikofaktoren an einer Blasenentzündung zu erkranken. Unter anderem sind dies Diabetes, eine Schwangerschaft, eine Immunschwäche, häufiger Geschlechtsverkehr, Nebenwirkungen verschiedener Medikamente, geringe Trinkmenge, ein Harnstau in der Blase z.B. durch Harnsteine oder ein Dauerkatheter.

Diagnostik

Bei dem Verdacht einer Blasenentzündung, wird der Azt zunächst Sie darum bitten, Ihre Symptome zu beschreiben und Sie fragen, ob Sie bereits eine Harnwegsinfektion hatten. Dann müssen Sie eine Urinprobe abgeben, die mithilfe eines Teststreifens auf eine erhöhte Anzahl weißer Blutkörperchen und dem Auftreten von Nitrit (einem Abbauprodukt von Bakterien) getestet wird. Sind dann noch weitere Untersuchungen notwendig, wird der Urin unter dem Mikroskop untersucht. Bei immer wiederkehrenden Blasenentzündungen müssen die Nieren und die Harnblase mit Ultraschall untersucht werden.

Therapie

Man muss nicht bei jedem leichten Brennen in der Harnröhre sofort zum Arzt. Mit Hausmitteln können Sie oft eine Harnwegsinfektion im Anfangsstadium in den Griff kriegen.

So oder so gilt eine Regel: Trinken, trinken, trinken. Mindestens 2 Liter am Tag. Anschließend regelmäßig die Blase entleeren, damit Bakterien ausgeschieden werden können. Auf schwarzen Tee oder Kaffee sollten Sie jedoch verzichten.

Eine Wärmflasche, Bäder oder rezeptfreie, krampflösende Mittel aus der Apotheke sorgen für eine Schmerzlinderung.

Hausmittel gegen Blasenentzündung

Tee:

  • Goldrutenkraut: wirkt harntreibend, lindert Krämpfe, wirkt entzündungshemmend und beugt Harnsteinen vor. Dafür 1 TL des Krautes mit 150 ml heißem Wasser übergießen. Dieser Tee sollte 20 Minuten ziehen. Trinken Sie den Tee zwischen den Mahlzeiten, 2-3 Mal täglich.
  • Bärentraubenblätter, getrocknet: wirken desinfizierend. Für einen Kanne Tee eine Handvoll mit einem Liter siedendem Wasser übergießen und 10 Minuten ziehen lassen. Zwei bis drei Tassen täglich trinken.
  • Brennnessel-Tee: wirkt bei vielen Gesundheitsproblemen, so auch bei Entzündungen der Blase. Der hohe Kaliumanteil wirkt harntreibend sodass die Bakterien ausgeschieden werden können. Für einen Tee 2 TL Brennnessel-Kraut (Apotheke) mit 150ml kochendem Wasser übergießen und ca. 10-15 Minuten zugedeckt ziehen lassen. 3-4 Tassen am Tag trinken.

Sonstiges:

  • Cranberry-Saft: Cranberrys sind reich an Vitamin C und Eisen und bilden einen Stoff der Bakterien einschließt und deren Ausscheidung unterstützt. Schon zwei Gläser Cranberryschorle am Tag sorgen somit für eine gesunde Blase. Preiselbeeren haben einen ähnlichen Effekt. Jedoch wirken die Cranberrys und Preiselbeeren nicht bei einer akuten Harnwegsinfektion, sondern dienen der Vorbeugung einer erneuten Entzündung.
  • Apfelessig: Eine Kur mit 1 EL Apfelessig pro Glas Wasser, dreimal täglich getrunken, wirkt antibakteriell und beugt erneuten Blasenentzündungen vor.

Homöopathie gegen Blasenentzündung

Besonders Cantharis (D30) wird als wirksames Mittel gegen eine Blasenentzündung immer wieder genannt. Andere Mittel sind Arnica montana, Arsenicum album, Colocynthis, Dulcamara und Pulsatilla.

Klassische Medizin gegen Blasenentzündung

Bei der Klassischen Medzin rät der Arzt oft zur Einnahme von Antibiotika. Diese sind in der Regel sehr wirksam, haben jedoch einige Nebenwirkungen. So können Sie das empfindliche Milieu der Blase stören und so zu weiteren Infektionen führen. Auch können bei einer wiederholten oder nicht zu Ende geführten Behandlung mit Antibiotika Bakterien Resistenzen bilden. Das heißt, das Antibiotika wirkt nicht mehr. So kann eine chronische Blasenentzündung entstehen. Daher bilden natürliche Hausmittel und die Homöopathie wirksame Alternativen zu Antibiotika, die Sie (als Risikopatient unter Absprache mit Ihrem Arzt) ruhig mal ausprobieren sollten, bevor Sie zur Chemie greifen. Natürlich können Sie auch in Kombination mit einem Antibiotika eingesetzt werden.

Zum Arzt wegen Blasenentzündung

Bei einer nicht oder zu spät behandelten Infektion der Blase, kann die Entzündung in die oberen Harnwege (Harnleiter und Nieren) aufsteigen und eine Nierenentzündung hervorrufen. Rückenschmerzen und Fieber können Symptome einer „verschleppten“ Blasenentzündung sein. Dann ist ein Gang zum Arzt unbedingt erforderlich! Das Immunsystem wird derart geschwächt, dass andere Infektionen möglich sind.

Auch Personen die vermuten eine Blasenentzündung zu haben und zu folgenden Risikogruppen gehören, sollten einen Arzt aufsuchen:

  • Männer: da Harnwegsinfektionen bei ihnen selten sind und oft mit einer Erkrankung der Prostata einhergehen sollte die Ursache geklärt werden
  • Schwangere
  • Diabetiker
  • Kinder
  • wenn Sie Medikamente einnehmen, die das Immunsystem schwächen
  • wenn die Symptome sich trotz Hausmitteln und ausreichender Flüssigkeitszuführ innerhalb von 3-4 tagen nicht verbessern
  • wenn Fieber auftritt
  • bei immer wiederkehrenden Blasenentzündungen

Fazit

Eine Blasenentzündung ist schmerzhaft und unangenehm. Doch es gibt viele Hausmittel die Ihre Beschwerden lindern können, ohne dass Sie zum Antibiotika greifen müssen. Doch eines müssen Sie in jedem Fall tun: ganz viel trinken.

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