Hausmittel gegen Halsschmerzen

Hausmittel Salbei
Hausmittel Salbei
Quelle: Adampauli [CC BY-SA 3.0 de], via Wikimedia Commons

Halsschmerzen – als ständiger Begleiter von Erkältungskrankheiten machen sie uns das Schlucken und oft auch das Sprechen schwer. Doch was tun, wenn Halsschmerzen einen plagen? Bevor Sie gleich an einen Besuch des Hausarztes denken, werfen Sie einen Blick auf den folgenden Artikel, der Ihnen einen Überblick über einfache Hausmittel gegen Halsschmerzen liefert, die schon bei unseren Großeltern entzündungshemmende und schmerzlindernde Wirkung gezeigt haben.

Symptome
Ihre Schleimhäute in Rachen und Hals sind entzündet, gerötet und angeschwollen. Das Schlucken und Sprechen fällt Ihnen schwer; es brennt und kratzt oft mit Schmerzen, die bis in die Ohren ziehen. Häufig gehen Halsschmerzen einher mit Trockenheit im Hals und Heiserkeit. Vor allem bei Kindern können zusätzlich leichte Fiebererscheinungen auftreten, mit denen der Körper gegen die eintretenden Viren ankämpft.
Ursachen
In den meisten Fällen werden Halsschmerzen durch Erkältungsviren ausgelöst, die in erster Linie die Schleimhäute angreifen. Sind Sie nicht von einer solchen Erkältung betroffen, kann auch starker Alkohol- und / oder Zigarettenkonsum sowie lautes Brüllen die oben genannten Symptome verursachen – waren Sie vielleicht auf einem Konzert, einer Party, im Fußballstation oder standen Sie als Lehrerin oder Lehrer vor einer lauten Schulklasse? 😉

Hausmittel gegen Halsschmerzen

  1. Gurgellösungen oder Inhalationen
    • mit Salzwasser: Die Lösung sollte dabei aus 1 Esslöffel Salz in 1 Liter lauwarmen Wasser bestehen. Mehrmals tägliches Gurgeln lindert dabei die Schmerzen in Hals- und Rachenraum.
    • mit Salbeitee: 1 Esslöffel getrocknete Salbeiblätter zu 100 ml kochendem Wasser geben, 10 Minuten zugedeckt ziehen lassen, abseihen und 3-mal täglich mit jeweils frisch zubereitetem Tee gurgeln. Salbei wirkt dabei entzündungshemmend und fördert die Heilung ihrer Schleimhäute. Alternativ können Sie Salbei auch über einer Schüssel mit kochendem Wasser inhalieren.
    • mit Rosenblütentee: 1 Esslöffel Rosenblüten zu 100 ml kochendem Wasser geben, 10 Minuten abgedeckt ziehen lassen, abseihen und mehrmals täglich gurgeln.
    • mit Blutwurztee: 2 Teelöffel in 250 ml Wasser zum Kochen bringen, 10 Minuten zugedeckt ziehen lassen, abseihen und 1-mal in der Stunde mit dem lauwarmen Tee gurgeln.
    • mit den ätherischen Ölen der Gewürznelke, die in der Apotheke erhältlich sind: Lösen Sie dabei 5 Tropfen in 100 ml Wasser und gurgeln Sie mehrmals täglich.
    • mit Zitronenöl: 4 Tropfen in eine Tasse mit heißem Wasser gießen und täglich gurgeln. Nehmen Sie nur 2 Tropfen für eine Schüssel Wasser, falls Sie sich für eine Inhalation entscheiden, die bei Zitronen- oder Eukalyptusöl ebenso möglich ist.
    • mit Emser-Salz: 1 Teelöffel des fertigen Präparates in 500 ml lauwarmen Wasser lösen; 3-mal täglich gurgeln.
  2. Wickel und Obergüsse
    • Kalter Halswickel: Falten Sie ein Leinentuch zusammen und tauchen Sie es in kaltes Leitungswasser, um es anschließend um den Hals wickeln zu können. Damit Ihre Kleidung geschützt wird, legen Sie ein trockenes Handtuch über den Wickel. Sobald dieser warm geworden ist, legen Sie ihn ab; wiederholen Sie diese Anwendung 2-mal am Tag. Alternativ können Sie die Seite des Wickels, die Sie um den Hals legen, zusätzlich mit Quark bestreichen.
    • Zitronenhalswickel: Schneiden Sie 2 – 3 Zitronenscheiben (je nach Halsumfang) zurecht und wickeln Sie diese in ein Baumwolltuch, um es dann um ihren Hals legen zu können. Die Zitronenscheiben liegen dabei auf ihrer Haut auf und lassen durch ihre kühlende Wirkung die Schleimhäute abschwellen und Entzündungen vermindern.
    • Kneipp-Oberguss: Ein solch kalter Oberguss fördert die Durchblutung und erleichtert Ihnen das Abhusten. Für einen speziellen Kneipp-Oberguss benötigen Sie einen Duschschlauch ohne Brausekopf. Stellen Sie sich nun mit leicht nach vorn gelehntem Oberkörper in die Dusche oder Badewanne und führen Sie den Wasserstrahl vom rechten Handrücken über den äußeren rechten Arm bis hin zur Schulter. Nach einigen kreisenden Bewegungen auf der Schulter begießen Sie Ihre rechte Arminnenseite. Diesen Vorgang wiederholen Sie an Ihrem linken Arm gleichermaßen und führen ihn im Anschluss an beiden Armen noch einmal durch. Trocknen Sie sich nicht mit einem Handtuch, sondern lediglich mit Ihren Händen ab, ziehen Sie sich bequeme Kleidung an und ruhen Sie sich für 30 Minuten zugedeckt aus. Beachten Sie, dass Menschen und vor allem Kinder mit Herzerkrankungen oder Asthma diesen Guss nicht ohne weitere ärztliche Absprache durchführen dürfen.

Homöopathische Mittel gegen Halsschmerzen

  1. Bei Heiserkeit, Stimmlosigkeit und krampfartigem Husten: Arum triphyllum D2, D3-Tropfen.
  2. Bei einer Mandelentzündung, Schluckbeschwerden, geröteten Schleimhäuten und Fieber: Belladonna D4, D6-Tabletten – 3-mal täglich 2 Tabletten. Können Sie durch Belladonna keine Wirkung erzielen, versuchen Sie es mit Apis D6-Tabletten, von denen Sie ebenfalls 3-mal täglich 2 Tabletten nehmen. Bei Kindern: Belladonna D12 – 3-mal täglich 5 Globuli.
  3. Bei Schluckbeschwerden, Kopfschmerzen, Müdigkeitsgefühlen, trockenem und brennendem Hals, geschwollenen Mandeln sowie dem Zwang zu Räuspern: Phytolacca D2, D3-Tropfen – 3-mal täglich 2 Tabletten. Bei Kindern: Phytolacca D12 – 3-mal täglich 5 Globuli.
  4. Bei trockenem Hals, stechendem Schmerz, geschwollenen Mandeln, einer wunden Luftröhre und übelriechendem Schweiß: Guajacum D2, D3, D4-Tabletten.
  5. Bei Heiserkeit, einem Kratzen im Hals, belegter Zunge, starkem Speichelfluss und übelriechendem Schweiß: Mercurius solubilis D4, D6, D12-Tabletten.
  6. Bei berührungsempfindlichem Hals und dem Gefühl einer zugeschnürten Kehle nach dem Verzehr von warmen Flüssigkeiten: Lachesis D12-Tabletten – 2-mal täglich 1 Tablette.
  7. Bei Halsschmerzen mit starkem Durst: Aconitum D6 – stündlich 2 Globuli einnehmen; Zeitabstände verlängern, wenn die Beschwerden nachlassen.

Klassische Medizin gegen Halsschmerzen

In einigen Fällen, oft bei sehr stark ausgeprägter Symptomatik, kann es passieren, dass weder die genannten Hausmittel noch homöopathische Wirkstoffe eine Besserung erzielen. Ist dem so, kann die klassische Medizin mit ihren chemisch-synthetischen Mitteln zu Rate gezogen werden. Beim Kauf solcher Mittel sollten Sie darauf achten, dass folgende Wirkstoffe enthalten sind:

  1. In fertigen Präparaten: Cetrimoniumbromid, Chlorhexidin, Hexetidin, Cetylpyridinumchlorid oder Dequaliniumverbindungen. Ein Beispiel dafür sind Gurgellösungen wie Lemocin® oder Hexoral®, die sich vor allem für größere Kinder und Erwachsene eignen.
  2. In Lutschtabletten sollten sich zu den unter 1. genannten zusätzliche Wirkstoffe wie Benzocain, Menthol, Bacitracin, Tyrothricin oder Lidocain wiederfinden.
Zum Arzt wegen Halsschmerzen
Ärztlich Hilfe sollten Sie dann aufsuchen, wenn sich die Beschwerden nach drei Tagen nicht bessern. Ebenso sind Halsschmerzen ein Fall für den Arzt, wenn folgende Symptome hinzukommen: Atembeschwerden bis Atemnot, zusätzliche Kopf-/ Glieder- oder Ohrenschmerzen, starkes Fieber (> 39,5 °C), Schüttelfrost und / oder das Aushusten von Blut. In einem solchen Fall kann es sich nicht nur um Halsschmerzen, sondern um eine ausgeprägte Mandelentzündung handeln, die Sie umgehend behandeln lassen sollten.

Fazit
Ob Gurgellösungen, Lutschtabletten, Tee- und Kräutermischungen oder die klassischen Wickel – Hausmittel gegen Halsschmerzen sind eine wunderbare Alternative vor dem Apotheken- oder Arztbesuch seine Erkrankung selbst zu behandeln und dabei innerhalb kürzester Zeit eine Besserung zu erzielen.

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